**Die Zukunft des Investierens** — KI-Konferenz mit PLEXUS Investments in Vaduz

Sep 29, 2026·
Sebastian Stöckl
Sebastian Stöckl
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Günter Jäger (PLEXUS Investments), Moderator Reto Möhr und Sebastian Stöckl. Bild: Universität Liechtenstein

Am 29. September 2026 fand an der Universität Liechtenstein die Konferenz „Die Zukunft des Investierens: Wie künstliche Intelligenz Wirtschaft, Unternehmen und Investmententscheidungen verändert" statt, gemeinsam veranstaltet mit PLEXUS Investments — nach den Ausgaben 2023 und 2024. Fünf Vorträge, zwei Paneldiskussionen und ein moderierter Austausch mit dem Publikum.

Günter Jäger (PLEXUS Investments) eröffnete mit der These, die den Nachmittag prägte: Je leistungsfähiger und verbreiteter KI wird, desto weniger Vorsprung bringt die Technologie selbst. Entscheidend wird, wie Unternehmen sie einbetten, welche Daten und Erfahrung sie einbringen und ob daraus bessere Entscheidungen entstehen.

Im ersten Block ging es um die Unternehmensperspektive. Sebastian Ahrens (PwC Schweiz) argumentierte, dass es mit neuen Werkzeugen nicht getan ist — Abläufe und Prozesse müssen grundlegend neu gedacht werden. Christian Hugo Hoffmann (AI Startup Center Zürich) richtete den Blick auf die Chancen kleiner und dezentraler Organisationen. Im Panel mit Silvan Gehmann (EquityPitcher Ventures) stand die Frage, ob etablierten Firmen weniger die KI im Weg steht als ihre eigene Vergangenheit. Als Unterscheidungsmerkmale kristallisierten sich Daten, Kundenzugang und konsequente Umsetzung heraus, und die Aufgabe, KI aus Pilotprojekten in den Alltag zu bringen.

Der zweite Block drehte sich um das Investieren selbst. Lucas von Reuss (Quant IP) zeigte, wie sich Investmentwissen mit KI skalieren und komplexe Patentdaten systematisch für Anlageentscheidungen nutzen lassen. Florian Weigert (Technische Universität München) stellte Machine Learning in der Fondsselektion vor. Marco Wunderlich (GET Capital) arbeitete den Unterschied zwischen KI-gestütztem und KI-getriebenem Portfoliomanagement heraus und fragte, welche Entscheidungen Maschinen treffen sollten und welche beim Menschen bleiben.

Das zweite Panel nahm sich die naheliegende Sorge vor: Treffen mit KI irgendwann alle die gleichen Investmententscheidungen? Der Befund fiel differenzierter aus. KI demokratisiert den Zugang zu Daten, Modellen und Investmentwissen — und genau deshalb gewinnen Datenqualität, Modellvalidierung, spezialisiertes Wissen und die Fähigkeit zur Differenzierung an Bedeutung.

Reto Möhr moderierte beide Panels. Ich durfte den Nachmittag beschliessen und habe dabei betont, wie viel der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis trägt: Je breiter künstliche Intelligenz verfügbar wird, desto spannender wird die Frage, worin der Vorsprung dann eigentlich besteht.

Die Praktikerkonferenz ist das Gegenstück zum akademischen Liechtenstein Workshop on AI in Finance, dessen erste Ausgabe im Mai stattfand.

→ Bericht der Universität Liechtenstein · Veranstaltungsseite · PLEXUS Investments